Von Köln nach Nordholz

„Wir sind echt verrückt“

Sie tun es wirklich: Am 1. Juli steigen Sebastian Zander und Johannes Rameil in Köln aufs Rad, um rund 22 Stunden und 400 Kilometer später zur Pressekonferenz des Bike Navy in Nordholz anzukommen. Es ist eine ungewöhnliche Aktion, um die das ohnehin an Highlights reiche Radsport-Event noch bereichert wird.

Es gibt eine ganze Menge ziemlich spannender Aspekte an dieser Aktion. Am Nachmittag des 1. Juli in Köln aufs Rad zu steigen, um dann rund 400 Kilometer nonstop zu fahren und einigermaßen pünktlich zur Pressekonferenz des Bike Navy am Morgen des 2. Juli in Nordholz anzukommen, ist ja auch ein recht interessantes Vorhaben. Es bietet so viele Facetten. Die vordringlichste Frage dürfte aber lauten: Wie kommt man eigentlich auf eine solche Idee? Für Sebastian Zander liegt die Antwort auf der Hand. „Wir sind echt verrückt“, sagt der 33-Jährige, der gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Johannes Rameil (38) die Reise antreten wird. So ist das also…

Aber vielleicht sollte man die beiden Extrem-Sportler erst einmal vorstellen: Zander und Rameil sind Bundeswehrsoldaten, tätig als militärische Feuerwehrleute. Sie kennen sich aus Jugendtagen in Köln und trafen sich wieder in Schortens, der aktuellen Station. „Und wir sind Hybrid-Athleten“, sagt Sebastian Zander. Das Duo beschränkt sich nicht nur aufs Radfahren, auf die wöchentliche Trainingsdistanz von insgesamt rund 500 Kilometern und gelegentliche Ausfahrten bis zu 180 Kilometer. Die beiden haben sich auch dem Triathlonsport verschrieben und trainieren an Gewichten und mit dem eigenen Körpergewicht. Das alles mit einem ganz bestimmten Hintergrund. „Wenn wir einen Menschen oder irgendetwas anderes mal nicht retten können, soll es nicht an unserer körperlichen Verfassung liegen“, betont Zander. Deshalb wären die beiden stetig auf der Suche nach „dem Punkt, wo wir fertig sind mit der Welt.“

Eine körperliche Fitness im optimalen Bereich ist also vorhanden. Sie dürfte ja auch eine Voraussetzung sein für die Tour vom 1. auf den 2. Juli. Rund 22 Stunden werden sie dann auf dem Rad sitzen, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 17 und 20 Km/h. Es ist möglich, dass sie von einem Begleitfahrzeug unterstützt werden. Sicher ist das derzeit allerdings nicht. Es wäre vermutlich auch nicht zwingend notwendig. „Wir haben eigentlich alles dabei, was wir brauchen, etwas Essen und Trinken sowie Geld und das nötige Material – wir können das auch allein“, sagt Sebastian Zander. Man kann wohl davon ausgehen, dass sich die beiden Freunde von nichts und niemanden aufhalten lassen werden. Wenn Zander und Rameil einmal einen Plan gefasst haben, dann setzen sie auch um. „Wir sind so stumpf, wir würden das auch auf Damenrädern machen“, bestätigt Sebastian Zander lachend.

Aber warum Nordholz, warum das Bike Navy? Ganz einfach: Sebastian Zander war einige Jahre auf dem Marine-Flughafen stationiert („Mein Wohnzimmer“), und er bezeichnet die Radsportveranstaltung einfach als „Highlight“ und „gute Sache“. Wenn Sie sich erst einmal erholt haben von den Strapazen ihres außergewöhnlichen Trips, dann werden Zander und Rameil am 11. Juli von Schortens nach Nordholz fahren – mit dem Auto – und mitsamt Fahrrädern und ihren Familien am Spektakel teilnehmen. „Mit den Kindern über einen Flugplatz fahren, das ist doch ganz großes Kino, und wer kann das schon?“, fragt Sebastian Zander.

Aber warum Nordholz, warum das Bike Navy? Ganz einfach: Sebastian Zander war einige Jahre auf dem Marine-Flughafen stationiert („Mein Wohnzimmer“), und er bezeichnet die Radsportveranstaltung einfach als „Highlight“ und „gute Sache“. Wenn Sie sich erst einmal erholt haben von den Strapazen ihres außergewöhnlichen Trips, dann werden Zander und Rameil am 11. Juli von Schortens nach Nordholz fahren – mit dem Auto – und mitsamt Fahrrädern und ihren Familien am Spektakel teilnehmen. „Mit den Kindern über einen Flugplatz fahren, das ist doch ganz großes Kino, und wer kann das schon?“, fragt Sebastian Zander.

Aber die beiden begreifen sich nicht nur als Teil einer ungewöhnlichen Veranstaltung. Sie haben auch ein Anliegen. Es geht ihnen darum, mit ihrer Aktion für Aufmerksamkeit zu sorgen. „Wir wollen zeigen, dass man Hürden nehmen muss und selbst ein Scheitern zum Weg gehören kann“, sagt Sebastian Zander. Er selbst hat sich noch etwas Besonders ausgedacht: Nach der Fahrt wird an geeigneter Stelle sein Bike für einen guten Zweck versteigert. Dabei fällt es Zander alles andere als leicht, sich von dem Rad der Marke Dynamics zu trennen: „Es ist hochwertig und hat gerade 2000 Kilometer runter, aber die Sache ist mir wichtig.“ So viel zu einer außergewöhnlichen Fahrt, die nur auf den ersten Blick so gar nicht nachzuvollziehen ist. Es steckt schon eine ganze Menge dahinter. „Wir machen etwas Verrücktes, aber wir machen es ganz bewusst“, sagt Sebastian Zander.